Pierrette Herzberger-Fofana (MdEP):

Menschenrechtsverletzungen in Uganda und Tansania im Zusammenhang mit Investitionen in Projekte, die auf fossilen Energieträgern basieren

Total-Energie und andere Investoren führen zwei Megaprojekte durch, die die Menschenrechte von mehr als 100.000 Menschen in Ostafrika verletzen. Für die Bevölkerung sind diese Ölvorkommen eher ein Fluch als eine Quelle der Entwicklung.

Führende Umweltschützer kritisieren, dass der Bau der Pipeline tausende Familien ihrer Häuser berauben und zudem besonders geschützte Areale und Naturschutzgebiete zerschneiden wird. So läuft die geplante Röhre beispielsweise durch wichtige Gegenden für Elefanten, Löwen und Schimpansen. Auch die Wasserversorgung in der Region für Millionen Menschen wird durch den Bau gefährdet.

Die riesige, auf 50 Grad erhitzte Pipeline verläuft durch Tansania und Uganda und verursacht Umweltschäden an Flora und Fauna. Die Pipeline transportiert Öl, was zu einer massiven Vertreibung der Bevölkerung führt, welcher die Lebensgrundlage entzogen wird. Folgen können unter anderem schwere Hungersnöte, in der sowieso schon prekären Gegend sowie die weitere Verschlechterung der Schulbildung und Arbeitsmarkt Chancen bei Jungen und Mädchen sein.

Obwohl Total Energies den betroffenen Bauern Entschädigung für den Verlust ihres Landes versprochen hat, ist von dieser bisher nichts oder nur wenig bei den Betroffenen angekommen. Die Gegner der Ölprojekte werden als Feinde der Regierung betrachtet und mit Drohungen, Verhaftungen und Inhaftierungen überzogen.

Aktivist*innen, die sich seit der Planungsphase des Projekts gegen den nun freigegeben Plan engagieren, fordern Unterstützung aus Europa. Hilda Flavia Nakabuye von „Friday for future in Uganda“ sieht die Zukunft der jungen Menschen ihrer Generation zugunsten eines Kapitalismus der schlechten Art zerstört.

Wieder einmal führt die Ausbeutung fossiler Energieträger nicht nur zu einer ökologischen Tragödie, sondern auch zu einer menschlichen Tragödie. Das Europäische Parlament, die Gesellschaften der europäischen Länder, NGO’s und letztlich jede Einzelperson sind hier in der Verantwortung erneutes Unrecht in Uganda und Tansania zu verhindern. Das geplante Projekt muss gestoppt werden, bis die Auswirkungen desselben auf die Bevölkerung, Flora und Fauna vor Ort minimalisiert sind und Entschädigungen in voller Höhe ausgezahlt wurden.