Kommentar zur Mehrwertsteuer


Günther Öttinger (CDU) hat vorgeschlagen, die ermäßigte Mehrwertsteuer anzuheben. Nachdem dies eine Welle der Empörung verursacht hat, rudert er zurück und meint, sein Hauptanliegen wäre es gewesen, die Mehrwertsteuer für die Gastronomie zu senken und nun habe er nach Finanzierungsmöglichkeiten gesucht.

Aha, kann man das auch auf normaldeutsch übersetzen?

Es gibt Leute, die haben Geld. Viel Geld. Die müssen nicht selber kochen. Die können ins Restaurant gehen. Und wenn die mal einen Ausflug machen, dann können die in ein Hotel. So eines mit Pool und Sauna. Aber auch wenn die viel Geld haben, wollen sie nicht so viel bezahlen. Der Günther redet oft mit denen. Der wohnt nämlich in Baden Württemberg. Da gibt es viele sehr gute Restaurants und Hotels. Jetzt will er ihnen jetzt helfen: Er sagt, dann müsst ihr halt weniger Steuern zahlen. Ich kümmer mich darum.

Aber der Günther weiss, dass der Staat eh schon kein Geld hat. Also wenn er bei den Hotels weniger einnimmt, muss es wo anders mehr sein. Daher denkt sich der Günther, kann man ja beim Brot draufschlagen. Und bei der Milch. Also verlangen wir da halt mehr Steuern.

 

Nächste Woche erfahrt ihr dann, warum das Leitungswasser jetzt 10 mal mehr kostet und dafür Luxusautos subventioniert werden (die kommen nämlich auch aus Baden-Württemberg).

 

Mal im Ernst: Es kann doch echt nicht sein, dass Steuern auf "Luxus" gesenkt werden, während die Steuern auf normales Essen erhöht werden. Wenn jemand sich ein Restaurant leisten will und kann, dann soll er darauf auch "normale" Steuern zahlen. Aber es ist bekannt, zumindest uns Erlanger Grünen, dass es auch Leute gibt, die gerade mal genug Geld haben, um sich das nötigste zu kaufen. Und manchmal reicht es selbst dafür nicht.

Eine kleine Rechnung zur Veranschaulichung:

Ein Essen in einem Restaurant kostet etwa 100 € + Steuer. Also bisher 119, nach Günther Öttinger ab demnächst 109,50, also spart die reiche Person 9,50 ein.

Ein Monatseinkauf eines HartzIV-Empfängers kostet vielleicht auch 100€ + MWsT, also bisher 107, demnächst 109,50 ...

Also muss der HartzIV-Empfänger 4 Monaten auf etwas verzichten (z.B. Bananen), damit der Reiche dann am Ende das Geld "bekommt".

Nein Danke...

(Die 100 Euro sind so gewählt, um gut rechnen zu können. Im HartzIV-Regelsatz sind 132,71 vorgesehen .... aber je nach Restaurant kann auch ein Menü mit Getränken diesen Betrag erreichen)

Grüne Vorschläge

Wie wäre es mit einem gerechten Steuersystem, in dem der Reiche auch wirklich angemessen Steuern bezahlt? Wie wäre es mit einer Bürgerversicherung, in der alle sich an der Krankenversicherung beteiligen.... wir brauchen eine gerechte Verteilung und keine Verteilung von unten nach oben.

Das ganze steht auch im grünen Wahlprogramm: Der grüne Gesellschaftsvertrag (pdf).

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