Gentechnik - Nein Danke


Veranstaltungsberichte:

Bärbel Höhn

Besuch von Bärbel Höhn

HW - Es hätten ein paar mehr Besucher/innen sein können, bei der Diskussionsveranstaltung mit Bärbel am Donnerstagabend.
Aber die Anwesenden haben, nach einem kurzweiligen und interessanten Vortrag, dann doch gut mit ihr und über das Thema "Nein zur Gentechnik in Lebensmitteln" diskutiert. Inhaltlich will ich deshalb gar nicht viel dazu sagen, wer sich eingehender darüber informieren möchte kann dies im Netz oder mit entsprechender Literatur ja jederzeit tun. http://de.wikipedia.org/wiki/Gentechnisch_ver%C3%A4ndertes_Lebensmittel
Unsere Position dazu ist eindeutig - wie bei der Kernenergie haben handwerkliche Fehler, falsche Risikoeinschätzung, menschliches und technisches Versagen bei der Verwendung von genetisch veränderten Pflanzen und Tieren so weitreichende und gefährliche Folgen, dass wir dieses Risiko nicht verantworten können.

Überrascht war ich von Bärbel Höhn selber. Sie ist trotz 10 jähriger Ministerinnenzeit und obwohl sie eine der bekanntesten und wichtigsten Grünen Politikerinnen ist, ein ganz natürlicher, neugieriger und offener Mensch geblieben. Egal, ob beim Glas Frankenwein am Abend oder beim Kaffee am Morgen, die Gespräche sind ungezwungen, unkompliziert und haben immer Tiefe. Da kriegt man doch den Glauben "an die da oben" doch wieder ein bißchen zurück ;-))

hw (08.07.2009)

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CUS - Bärbel Höhn ist die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag und ist Expertin für Ökologie. Sie kennt sich mit den aktuellen Entwicklungen in der Gentechnik aus und hat uns auf den neuesten Stand gebracht.

Die größte Gefahr an der Gentechnik ist, dass wir die Gefahr nicht kennen. In das Genom der Pflanzen werden Teile des Genoms von Bakterien eingepflanzt. Die Auswirkungen sind unabsehbar.

Das schlimme ist, dass durch die Auskreuzung eine Rückkehr zur Gentechnikfreien Landwirtschaft quasi unmöglich wird.

Auch die durch die Anwendung der Gentechnik erhofften Erfolge sind nicht eingetreten. Nach einigen Jahren braucht man mehr Pestizide, Wasserresistenz kann besser mit Smart Breeding erreicht werden und den Hunger der Welt wird man durch Gentechnik auch nicht beseitigen können.

Für die Bauern ergeben sich neue Gefahren: Abhängigkeit von den Konzernen kombiniert mit teuren Patentzahlungen....

Wer trägt das Risiko

Die Frage wer das Risiko trägt, stand immer wieder im Raum. Dabei ist der Ansatz wieder mal so, dass z.T. unbeteiligte das Risiko und die Kosten tragen:

  • Bauern die Gentechnikfrei produzieren bekommen Zusatzkosten, wenn sie dies nachweisen wollen.
  • Ein Bauer, von dessen Feld ein anderes verunreinigt wurde, muss dafür haften.

Was kann man tun?

Gentechnik-freie Produkte kaufen: Lebensmittel mit dem Bio-Siegel sind immer frei von Gentechnik.

Vernetzen ... gemeinsamme Infos bringen mehr als kleine Einzelaktionen.

 

(Die Zusammenfassung ist von CUS 10.07.09 - wird evtl. noch erweitert.... es wurde viel mehr angesprochen, dies nur als erste Kurzzusammenfassung)

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Kommentar:

Mit Schrecken hat mich diese Nachricht erreicht:"Agrarminister lassen Klonfleisch zum Verzehr zu"

Ich hoffe jetzt ganz stark, dass das europäische Parlament das ablehnt. Natürlich will ich nicht, dass das Gesetz einfach abgelehnt wird, immerhin ist dieser Teil bisher ungeregelt, aber das Gesetz muss ganz klar ein Verbot enthalten. Am liebsten wäre mir das weitestgehende Verbot:

"Nahrungsmittel von geklonten Pflanzen und Tieren, genveränderten Pflanzen oder Tieren oder Tiere, die mit geklonten oder genveränderten Pflanzen gefüttert wurden, sowie die Produkte der oben genannten Tiere, dürfen nicht als Lebensmittel in den Handel kommen. Der Status "genverändert" oder "geklont" überträgt sich automatisch auf die Nachfahren der Tiere oder Pflanzen."

Warum ich das denke: Gene sind oft nicht nur für eine Funktion im Körper zuständig, sondern für mehrere. Die Funktion der Gene ist bis heute nicht komplett verstanden. Viele Fragen wurden bis heute nicht komplett beantwortet. Zum Beispiel, wie funktioniert Alterung genau? Was passiert beim Klonen mit dem Alter der Genen? Welche Funktionen haben die Gene, die gentechnisch verändert wurden? ....

Natürlich muss man in der wissenschaftlichen Diskussion Klonen und Genveränderung klar trennen, die Gefahren und Auswirkungen sind ganz andere. Aber in der Risikoeinschätzung seh ich bei beiden noch Gefahren. Gefahren die nicht abschätzbar sind und die vor allem nicht rückholbar wären, wenn sie erst mal im Umlauf sind. Daher bin ich für eine weitestmögliche Einschränkung der Gen- und Klontechnik.

Bedeutet dies, dass ich gegen die Forschung im Bereich Gentechnik bin? Nein, nicht ganz, bei der Forschung bin ich mir noch ziemlich unsicher. Wie groß könnte der Nutzen sein? Wie groß die Gefahren? Da braucht man für jeden Fall eine Einzelfallentscheidung. Aber was ich ganz strikt fordere ist, dass die Forschung das abgeschlossene Labor nicht verlassen darf, bis die Gefahren quasi ausgeschlossen sind. Was heisst quasi ausgeschlossen, ganz sicher ist nie etwas.... ein Vorschlag (der noch mit wissenschaftlicerh Überprüfung, Genehmigungsverfahren, etc. gekoppelt sein müsste): Die Betreiber müssten bereit sein, für alle Schäden zu haften, sowie eine Haftpflichtversicherung finden, die sich über eine Insolvenz hinaus bereit erklärt, für alle Schäden zu haften (zeitlich und in der Höhe unbegrenzt, bzw. sehr lang und bis zu sehr hohen Beträgen). Wenn die Betreiber wirklich sicher sind, dass nichts passiert, wäre das ja schon mal ein Indiz, dass es einigermaßen sicher ist. Aber solche Haftungsregeln sind mir bis heute unbekannt.

Ein Kommentar von Christian Sauter (24.06.09)

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Pressemitteilung (ging diese Woche raus, wurde bisher nicht gedruckt):

Klonfleisch: "Nein Danke"

Erlanger Grünen lehnen Zulassung von Klonfleisch ab


Seit Montag ist bekannt, dass Klonfleisch in Europa zugelassen werden soll. Die Erlanger Grünen lehnen dies strikt ab. Daher wird in den nächsten Wochen Gentechnik einen inhaltlichen Schwerpunkt der Grünen Arbeit in Erlangen bilden. Unter anderem wird Bärbel Höhn (MdB) nach Erlangen kommen und zu dem Thema referieren.

Die EU-AgrarministerInnen haben eine Regelung beschlossen, in der unter anderem auch der Verkauf von Klonnachfahren geregelt werden soll. Die Geklonten Tiere selber dürfen nicht in den Handel gebracht werden, aber das Fleisch der Nachfahren könnten schon demnächst verkauft werden. Das Europäische Parlament hat aber noch das Recht, dies abzulehnen. Die Erlanger Grünen hoffen, dass dies auch geschieht. Christian Sauter , Vorstandsmitglied der Erlanger Grünen, meint dazu: "Die Gefahren der Gentechnik kommen manchmal erst Jahre oder Jahrzehnte später ans Licht. Ich will nicht, dass hier mit uns EuropäeInnen herumexperimentiert wird. Ich bin da lieber vorsichtig. Warum sollen wir das Risiko eingehen? Ich bitte die grüne Fraktion im europäischen Parlament, eigentlich sogar das gesamte Parlament, uns vor diesem Klonfleisch zu schützen. Bei dieser wichtigen Frage, in der es um Gesundheit, Werte und Ethik geht, da müssen die Parteien einfach mal das Konkurrenzdenken ausblenden und für uns BürgerInnen entscheiden."

Mit dieser Haltung sind die Erlanger Grünen nicht alleine. Auch der deutsche Bauernverband vermeldet auf seiner Webseite, dass er das Klonen von Tieren sehr kritisch sieht. Daher fragt sich Sauter weiter: "Wem soll das Klonen der Tiere überhaupt etwas bringen? Sind dies wieder Konzerninteressen?" Um solche Fragen zu klären, kommt am Donnerstag, 09.07.2009 die Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/DieGrünen Bärbel Höhn nach Erlangen (20:00 Uhr, Dreycedern). Sie informiert dann über aktuelle Entwicklungen der Gentechnik und die grünen Positionen.

Weitere Informationen finden sich auf www.gruene-erlangen.de

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